Jobcenter-Chefin kritisiert verschärfte Bürgergeld-Sanktionen

45 Prozent aller Bürgergeldbeziehenden sind psychisch oder chronisch krank. Trotzdem kürzt die neue Reform 30 Prozent des Regelbedarfs bei einem verpassten Termin. Eine Jobcenter-Chefin aus Hannover sagt offen, was in der Sanktionsdebatte untergeht: Druck erreicht niemanden, der wegen einer Depression kaum die Wohnung verlässt.
In Hannover läuft mit ReHaTOP ein Gegenmodell – zwölf Monate Begleitung, medizinische Abklärung, schrittweiser Wiedereinstieg. Der Bund geht den umgekehrten Weg und lässt im Gesetz genau die eine Unterscheidung fehlen, auf die es ankommt: „will nicht“ gegen „kann nicht“.
Wer weniger Geld für Miete, Strom und Essen hat, kommt dem Arbeitsmarkt nicht näher, sondern entfernt sich weiter von ihm. Genau das passiert gerade mit den 45 Prozent, die das System übersieht.
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