Aktuelles zum Greenwashing

Greenwashing – die irreführende Darstellung von Produkten oder Unternehmen als umweltfreundlicher als sie tatsächlich sind – ist eines der am stärksten wachsenden Themenfelder im deutschen und europäischen Wettbewerbsrecht. Pauschale Umweltaussagen wie „klimaneutral”, „nachhaltig” oder „umweltfreundlich” ohne ausreichende Grundlage sind nach geltendem UWG bereits heute als irreführend angreifbar.

Die neuen europäischen Regeln verbieten allgemeine Umweltaussagen ohne Nachweis, unsubstantiierte Nachhaltigkeitssiegel und die Bewerbung von Produkten als „klimaneutral” auf Basis von Kompensationsmaßnahmen allein. Unternehmen, die ihre Nachhaltigkeitskommunikation nicht an die neue Rechtslage anpassen, riskieren Abmahnungen durch Wettbewerber und Verbraucherschutzverbände sowie behördliche Maßnahmen.

Recht Umschau aggregiert täglich aktuelle Rechtsnews zum Thema Greenwashing. Wir kuratieren Beiträge aus Wettbewerbsrechtsblogs – darunter regelmäßig Beiträge der Wettbewerbszentrale –, erklärende YouTube-Videos und Podcast-Episoden, die die Rechtslage zu Umweltaussagen praxisnah aufbereiten. Ob aktuelle Urteile zu konkreten Greenwashing-Fällen, Hinweise zur rechtssicheren Nachhaltigkeitskommunikation oder die neuesten Entwicklungen zur EmpCo-Richtlinie – bei Recht Umschau finden Sie alle relevanten Informationen täglich aktuell.

Greenwashing ist nicht nur ein Reputationsrisiko, sondern ein handfestes Rechtsrisiko. Bleiben Sie informiert – täglich bei Recht Umschau.

Blogs

Unternehmen dürfen mit den mehrdeutigen Umweltbegriffen „nachhaltig & regional“ nur werben, wenn die Aussagen schon in der Werbung klar und konkret erklärt werden (LG Bochum, Urteil vom 16.12.2025, Az. 19 O 24/25). Werbung mit CO2-neutralem Versand + „Nachhaltig & regional“ Ein bundesweit ausgerichteter Shop vertrieb über seine Website wiederaufbereitete Mobilgeräte und warb mit umweltbezogenen Aussagen. Zum einen hieß es: „Dank E versenden wir dein Gerät CO2-neutral aus unserer Zentrale in N“. Für den Versand nutzte... Mehr
Veröffentlicht: 25.03.2026
Blog: Kanzlei Plutte - Wettbewerbsrecht
Neue Vorgaben für UmweltwerbungInhaltlich bringt die EmpCo-Richtlinie erhebliche Änderungen für die Unternehmenskommunikation mit sich. Allgemeine Umweltaussagen wie „umweltfreundlich“, „klimafreundlich“, „grün“ oder „nachhaltig“ sind künftig nur noch zulässig, wenn sie sich auf eine konkret nachweisbare hervorragende Umweltleistung beziehen. Die beworbene Umweltleistung muss objektiv belegt sein und sich unmittelbar auf das jeweilige Produkt oder die Dienstleistung beziehen. Umweltaussagen, die allein auf Kompensationsmaßnahmen beruhen, sind zukünftig nicht mehr zulässig. Damit werden Unternehmen Umweltaussagen regelmäßig nur noch nutzen können,... Mehr
Veröffentlicht: 02.02.2026
Blog: Boehmert & Boehmert – Wettbewerbsrecht
Am 3. September 2025 hat die Bundesregierung den Regierungsentwurf zur Änderung des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) veröffentlicht, mit dem unter anderem die Umsetzung der Richtlinie (EU) 2024/825 erfolgen soll. Hier handelt es sich um Angaben im Bereich des „Greenwashing“ und der Nachhaltigkeitswerbung, die einer Neuregelung unterzogen werden. Es bleibt abzuwarten, wie die Änderungen am Ende des Gesetzgebungsverfahren aussehen werden. Es wird an dieser Stelle dazu berichtet werden. ... Mehr
Veröffentlicht: 03.09.2025
Blog: Rechtsanwalt Rolf Albrecht - Wettbewerbsrecht
Apple hatte drei seiner Smartwatches der „Apple Watch“ als „CO2-neutral“ beworben. Der klagende Umweltverband sah darin „dreistes Greenwashing„ Das hat das LG Frankfurt nun bestätigt. Der Apple-Konzern hatte seine Apple Watch im Internet unter anderem mit dem Werbeslogan „Die Apple Watch ist unser erstes CO2 neutrales Produkt“ beworben. Gegen diese Werbung hatte die Deutsche Umwelthilfe e.V. vor dem Landgericht (LG) Frankfurt am Main geklagt. Apple hatte drei seiner Smartwatch-Modelle als „CO2-neutrales Produkt“ beworben und behauptet,... Mehr
Veröffentlicht: 26.08.2025
Blog: WBS Legal – Gewerblicher Rechtsschutz
Ein Energieversorger darf mit „klimaneutralem Gas“ werben, wenn er nachvollziehbar erklärt, dass die CO₂-Emissionen vollständig kompensiert werden. Eine genaue Aufschlüsselung der Kompensationsmaßnahmen ist dabei nicht zwingend erforderlich – das hat das OLG Hamburg entschieden. Doch was heißt das für Unternehmen, die mit Klimaschutz werben? Ein Energieversorger darf auf seiner Website mit „klimaneutralem Gas“ werben, wenn er nachvollziehbar erklärt, dass die CO₂-Emissionen vollständig kompensiert werden. Eine zusätzliche Aufschlüsselung, wie genau die Kompensation erfolgt oder welche Klimaprojekte... Mehr
Veröffentlicht: 11.06.2025
Blog: WBS Legal – Gewerblicher Rechtsschutz
Die frühere Werbeaussage „Klimaneutral bis 2050“ des Sportartikelherstellers Adidas ist irreführend und wettbewerbswidrig (Landgericht Nürnberg-Fürth, Urteil vom 25.03.2025, Az. 3 HK O 6524/24). Die pauschale Werbung mit Klimaschutz ist irreführend und unzulässig. Der beklagte Sportartikelhersteller hatte in seiner Werbung nicht ausreichend dargestellt, wie die Klimaneutralität konkret erreicht werden soll. Weil damit der unzutreffende Eindruck erweckt wurde, dass dies allein durch Emissionsreduzierungen erfolgt, wurde das Unternehmen zur Unterlassung der entsprechenden Aussage verurteilt. Der Beklagte ist ein... Mehr
Veröffentlicht: 04.04.2025
Blog: Kanzlei Plutte - Werberecht
„Klimaneutral bis 2050“ – das klingt gut, kann aber rechtlich schnell zum Bumerang werden. Adidas musste das nun vor dem LG Nürnberg-Fürth erfahren. Eine großspurige Nachhaltigkeits-Ankündigung auf der Website reichte nicht aus, um das Gericht zu überzeugen. Warum der Hersteller mit seiner grünen Vision auf die Nase fiel – und was andere Unternehmen daraus lernen können – erfahren Sie im folgenden Beitrag. Adidas-Hauptsitz in Herzogenaurach, Foto: adidas Der Sportartikelhersteller Adidas darf auf seiner Unternehmenswebsite nicht... Mehr
Veröffentlicht: 01.04.2025
Blog: WBS Legal – Gewerblicher Rechtsschutz
„CO²-neutral reisen. CO²-Emmissionen ausgleichen und abheben“ ist irreführend BGH Urt. v. 27.06.2024 – I ZR 98/23 OLG Köln, Urt. v. 13.12.2024 – 6 U 45/24 Das Thema „green washing“ und Umweltwerbung ist derzeit wieder omnipräsent, insbesondere auch deshalb, weil der BGH im letzten Jahr wichtige rechtliche Leitlinien ausgeurteilt hat (BGH Urt. v. 27.06.2024 – I ZR 98/23). Ein vom OLG Köln nun entschiedenes Verfahren betraf die Frage, ob die Werbeaussage „CO²-neutral reisen. CO²-Emmissionen ausgleichen und... Mehr
Veröffentlicht: 28.02.2025
Blog: Jähne Günther Rechtsanwälte – Wettbewerbs- und Kartellrecht
Update: 28.02.2023Deutschlandfunk Kultur hat sich der Werbung für klimaneutrale Produkte unter dem Titel: „Saubere Sache oder trickreiche Täuschung?“ in einem Radiofeature angenommen. Neben vielen Experten komme auch ich dabei zu Wort.  Die Diskussionen zum Klimawandel und dessen Bekämpfung sind bestimmendes Thema unserer Zeit. Je drängender die damit im Zusammenhang stehenden Fragen werden, umso größere Relevanz entwickelt ein umweltfreundliches oder klimaneutrales Handeln eines Unternehmens auch in der Außendarstellung. Immer mehr Verbraucher machen Ihr Einkaufsverhalten vom umweltfreundlichen... Mehr
Veröffentlicht: 16.02.2025
Blog: Rechtsanwalt Kramarz - Wettbewerbsrecht
Nachdem sich in den vergangenen Jahren verschiedene Land- und Oberlandesgerichte in Deutschland mit der Frage beschäftigt haben, unter welchen Voraussetzungen Unternehmen mit einer angeblichen „Klimaneutralität“ ihrer Produkte und Dienstleistungen werben dürfen, hat nun der Bundesgerichtshof klare Handlungsanweisungen gegeben. Für Unternehmen, die mit Umweltaussagen werben möchten, zeichnen sich zudem strenge Neuregelungen durch zwei Richtlinienvorhaben der Europäischen Union ab.Hintergrund Dem Urteil des Bundesgerichtshofs (I ZR 98/23, 27. Juni 2024) lag die Werbeanzeige eines Süßwarenherstellers zugrunde, der in... Mehr
Veröffentlicht: 21.11.2024
Blog: Boehmert & Boehmert – Wettbewerbsrecht
„Umweltbezogene Werbung“ ist heutzutage ein beliebtes Marketinginstrument und wird bei zahlreichen Produkten, besonders im Lebensmittelbereich, häufig verwendet. Sie vermittelt ein Bild von Nachhaltigkeit und suggeriert, dass das beworbene Produkt besonders ressourcenschonend ist und den persönlichen ökologischen Fußabdruck reduziert. Ein bewusster, umweltfreundlicher Lebensstil steht für viele Verbraucher im Vordergrund, was Unternehmen dazu motiviert, ihre Produkte als umweltfreundlich oder klimaneutral zu kennzeichnen. Für Verbraucher ist es jedoch oft schwierig, die Wahrheit hinter diesen Angaben zu überprüfen. Die... Mehr
Veröffentlicht: 31.07.2024
Blog: TWW.Law – Wettbewerbsrecht
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat zur Werbung mit umweltbezogenen Aussagen Stellung genommen und die Anforderungen am Beispiel des Begriffs der Klimaneutralität konkretisiert. Danach ist eine solche Werbung grundsätzlich zulässig. Die Grundlage der Aussage muss jedoch in der Werbung unmittelbar offengelegt werden. D.h. es ist klarzustellen, ob die Aussage auf der Reduktion von CO2-Emissionen oder deren Kompensation beruht. Inzwischen liegen die Entscheidungsgründe des Urteils vor und geben weitere Hinweise für Werbende, wie zukünftig mit umweltbezogener Werbung umzugehen... Mehr
Veröffentlicht: 08.07.2024
Blog: ERLBURG
Die Werbung mit einem mehrdeutigen umweltbezogenen Begriff (hier: „klimaneutral“) ist regelmäßig nur dann zulässig ist, wenn in der Werbung selbst erläutert wird, welche konkrete Bedeutung diesem Begriff zukommt (BGH, Urteil vom 27.06.2024, Az. I ZR 98/23). Sachverhalt: Die Klägerin ist die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs. Die Beklagte ist ein Unternehmen, das Produkte aus Fruchtgummi und Lakritz herstellt. Die Produkte sind im Lebensmitteleinzelhandel, an Kiosken und an Tankstellen erhältlich. Die Beklagte warb in einer Fachzeitung... Mehr
Veröffentlicht: 27.06.2024
Blog: Kanzlei Plutte - Werberecht
Irreführung durch „Grünfärbung“ – die Kommission reguliert umweltbezogene Werbeaussagen Nachhaltigkeit wird für Verbraucher immer wichtiger und so werden auch umweltbezogene Aussagen in der Werbung immer wichtiger. Das Risiko von „Greenwashing“ – d.h. die Darstellung von Produkten oder Leistungen als umweltfreundlicher, als sie es wirklich sind, steigt. Die Kommission stellte fest, dass 53% der von ihr geprüften Umweltaussagen in der EU vage, irreführende oder nicht fundierte Informationen enthalten und es für 40% der Aussagen keine Belege... Mehr
Veröffentlicht: 13.03.2024
Blog: Zirngibl News - Geistiges Eigentum, Wettbewerbsrecht, IT-Recht
Kaum ein anderes Thema ist in den letzten Jahren so omnipräsent wie der Klimawandel. Die Krise nimmt einen täglichen Platz in den Nachrichten ein. Kein Wunder also, dass das Klima auch im Wettbewerbsrecht Wellen schlägt: Greenwashing – mit steigender Nachfrage nach Umweltfreundlichkeit wächst die Attraktivität für Unternehmen, mit entsprechenden Begriffen zu werben, genauso wie das Irreführungspotential.Steigende Nachfrage nach nachhaltigen Produkten Verbraucher wollen umweltbewusst leben: Aktuellen Studien zufolge geben 88 % der weltweit Befragten an, dass sie... Mehr
Veröffentlicht: 30.01.2024
Blog: Boehmert & Boehmert – Wettbewerbsrecht
Werbung mit der Angabe „Klimaneutral“ 16/08/2023 14:56 Kanzlei_Dr_Riegger In zwei Urteilen äußert sich das OLG Düsseldorf zu den Voraussetzungen, unter den mit der Angabe „Klimaneutral“ für konkrete Produkte geworben werden darf („Klimaneutral“ für Unternehmen s. hier: Wettbewerbsrecht: Gefahr einer Abmahnung – Werbung mit der Angabe „Klimaneutral“). Der Begriff „klimaneutral“ werde im Sinne einer ausgeglichenen Bilanz der CO2-Emissionen verstanden, wobei dem Verbraucher „bekannt sei, dass die Neutralität sowohl durch Vermeidung als auch durch Kompensationsmaßnahmen (z.B. Zertifikatehandel)... Mehr
Veröffentlicht: 16.08.2023
Blog: Rechtsanwalt Dr. Hans-Georg Riegger - Wettbewerbsrecht
Nachhaltigkeit ist in den letzten Jahren vom Nischenthema zu einem zwingenden Parameter geworden, um als Unternehmen im Wettbewerb bestehen zu können. Grüne Werbung begegnet einem inzwischen allerorten, unter anderem als Bio-Label auf Produkten, durch das werbemäßige Herausstellen einer nachhaltigen Produktion bzw. Verpackung oder schlicht über grafische Assoziationen mit dem Thema Nachhaltigkeit. Inzwischen mehren sich jedoch auch kritische Töne und der Vorwurf des Greenwashing macht immer häufiger die Runde. Doch welche Regeln gelten eigentlich für Green... Mehr
Veröffentlicht: 14.11.2022
Blog: ERLBURG

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