Befristung durch gerichtlichen Vergleich – Vergleiche erster und zweiter Klasse?

LAG Niedersachsen vom 10. September 2024 – 10 Sa 818/23 Fakten Ein Arbeitnehmer begehrte die gerichtliche Feststellung, dass die Befristung seines Arbeitsverhältnisses unzulässig sei (sog. Befristungskontrollklage oder Entfristungsklage). Im Rahmen eines gerichtlichen Vergleichs schlossen die Parteien in diesem „Vorverfahren“ durch übereinstimmende Schriftsätze einen Vergleich, der die weitere Befristung des Arbeitsverhältnisses über das eigentliche Befristungsende hinaus vorsah (sog. Anschlussbefristung). Der Arbeitnehmer erhob nun erneut Befristungskontrollklage mit der Behauptung, durch den abgeschlossenen Vergleich sei ebenfalls keine wirksame … Mehr

Betriebsverfassungsrechtlicher Weiterbeschäftigungsanspruch bei einer Kündigung innerhalb der Wartezeit?

Arbeitsgericht Hamburg, Urteil vom 04.07.2024 – 29 Ca 110/24 Fakten Der Arbeitgeber hat das Arbeitsverhältnis mit der Arbeitnehmerin innerhalb der Probezeit (bzw. der sechsmonatigen Wartezeit nach dem Kündigungsschutzgesetz) gekündigt. Zuvor hat der Arbeitgeber den Betriebsrat zu der Kündigung angehört. Der Betriebsrat hat der Kündigung widersprochen und auf Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten für die Arbeitnehmerin verwiesen. Die Arbeitnehmerin erhob Klage gegen die Kündigung und machte, gestützt auf den Widerspruch des Betriebsrats, die Weiterbeschäftigung bis zum rechtskräftigen Abschluss des Prozesses … Mehr

Was steht mir mit Merkzeichen G zu?

Das Wichtigste im Überblick: Das Merkzeichen G wird bei erheblicher Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr zuerkannt und berechtigt zu verschiedenen Nachteilsausgleichen wie kostenloser Beförderung im öffentlichen Nahverkehr mit Wertmarke und Steuererleichterungen. Für das Merkzeichen G muss eine erhebliche Gehbehinderung nachgewiesen werden. Die Gehstrecke ist auf weniger als 2 km oder die Gehzeit auf weniger als 30 Minuten beschränkt. Auch innere Leiden können bei entsprechender Einschränkung zur Anerkennung führen. Bei Ablehnung des Merkzeichens G ist ein … Mehr

Juristische Begriffe im Testament: Warum der wirkliche Wille des Erblassers zählt

Testamentsauslegung: Wenn „Vorerbe“ nicht wirklich Vorerbe heißt Die Verwendung juristischer Fachbegriffe wie Vorerbe, Nacherbe oder Vermächtnis ist in Testamenten weit verbreitet – häufig auch in letztwilligen Verfügungen, die ohne professionelle juristische Hilfe erstellt wurden. Selbst die Mitwirkung eines Notars bedeutet nicht automatisch, dass die verwendeten Begriffe dem juristisch korrekten Verständnis entsprechen. Im Erbrecht gilt daher ein zentraler Grundsatz: Entscheidend ist nicht der Wortlaut, sondern der wirkliche Wille des Erblassers. Die Begriffe sind stets im Lichte … Mehr

Dr. Thomas Grädler und Patrick Spalek (honert) zur anwaltlichen Tätigkeit im Bereich „M&A“

Berufsspecial M&A: Interview mit Dr. Thomas Grädler & Patrick Spalek (honert München) Im Rahmen unserer Interviewreihe „Berufsspecials“ berichten Dr. Thomas Grädler & Patrick Spalek, Partner und Rechtsanwälte bei honert, über Möglichkeiten und Herausforderungen im Bereich M&A und geben Referendar:innen und Berufseinsteiger:innen wertvolle Einblicke und Tipps! Videoüberblick: 00:19 Min.: Vorstellung Dr. Thomas Grädler 00:42 Min.: Vorstellung Patrick Spalek 01:58 Min.: Wie ist der Bereich M&A intern bei honert strukturiert? Gibt es bestimmte Teams, für bestimmte Teilbereiche? … Mehr

„Vergiss mein nicht“

Die anhaltende Haftung der Kommanditisten trotz Insolvenzauflösung In einem juristischen Szenario, das mitunter an die Handlung aus einem Wirtschaftsthriller erinnert, steht ein ausgeschiedener Kommanditist im Mittelpunkt eines komplexen Haftungsstreits. Ein Insolvenzverfahren, dasRead More… Der Beitrag „Vergiss mein nicht“ erschien zuerst auf Kanzlei BRAUN.

Kündigung wegen Krankheit oder während Krankheit oder wegen häufigen Kurzerkrankungen

Der Krankenstand in deutschen Betrieben ist seit geraumer Zeit besorgniserregend hoch, die Lohnfortzahlungskosten machen Milliardenbeträge aus und die Produktivität leidet. In dieser Situation rücken wieder einmal Arbeitnehmerrechte in Krankheitsfällen in den Fokus. Rechtsanwalt Sendler: „Arbeitnehmer in Deutschland haben im Falle unverschuldeter Krankheit einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung von sechs Wochen. Dauert die Krankheit länger als sechs Wochen, zahlt die Krankenkasse das Krankengeld.“ Das Krankengeld beträgt etwa 70 % des Nettoentgelts. Deshalb entsteht häufig Streit über die … Mehr

Update Arbeitszeiterfassung – die elektronische Arbeitszeiterfassung kommt

Der Koalitionsvertrag schafft Klarheit hinsichtlich der Vorstellungen der neuen Regierung zur künftigen Ausgestaltung der Arbeitszeiterfassung (zu den bisherigen Entwicklungen unser Blogbeitrag: Quo Vadis Arbeitszeiterfassung?). Nach dem viel kritisierten Referentenentwurf der vorherigen Regierung („Ampel-Koalition“) und der Forderung der CDU/CSU nach einer möglichst flexiblen und unbürokratischen Regelung, haben sich die Koalitionspartner nun im Koalitionsvertrag offenbar einigen können:  Es soll eine […]

Darf das Geschlecht über Steuern entscheiden?

Wie lange lebt ein Nießbrauchsberechtigter – und darf das Geschlecht dabei eine Rolle spielen? Diese Frage klingt auf den ersten Blick kurios, hat jedoch große steuerliche Relevanz. Denn bei der Bewertung lebenslänglicher Nutzungen – wie dem Nießbrauch – kommt es auf die statistische Lebenserwartung an. Und die unterscheidet sich bekanntlich zwischen Männern und Frauen. Der Bundesfinanzhof (BFH) hatte nun zu entscheiden, ob die Anwendung geschlechterdifferenzierter Sterbetafeln im Rahmen des § 14 BewG mit dem Grundgesetz vereinbar ist … Mehr

Steuerrecht: Steuererklärung für Verstorbene?

Die Abgabe einer Steuererklärung kann freiwillig sein oder verpflichtend sein. Wird das Erbe einer verstorbenen Person angetreten, kann unter bestimmten Voraussetzungen auch eine Steuererklärung für diesen verpflichtend abzugeben sein. Wir haben das Wichtigste für Sie zusammengefasst! Die Einkommenssteuererklärung Immer wieder hören wir Gerüchte und Mythen rund um das Thema Steuererklärung. Gemeint ist damit wohl eigentlich die sogenannte Einkommenssteuererklärung. Diese muss von Selbstständigen – inzwischen über das Online-Portal ELSTER – innerhalb einer bestimmten Frist verpflichtend eingereicht … Mehr