Aktuelles zur Erbunwürdigkeit

Erbunwürdigkeit ist der schärfste Ausschlussgrund im deutschen Erbrecht. Wer erbunwürdig ist, verliert sein Erbrecht rückwirkend – so als wäre er zum Zeitpunkt des Erbfalls bereits verstorben. Die gesetzlichen Voraussetzungen (§ 2339 BGB) sind eng gefasst: Erbunwürdigkeit tritt ein, wenn der Erbe den Erblasser vorsätzlich getötet oder es versucht hat, ihn an der Errichtung oder Aufhebung einer letztwilligen Verfügung gehindert oder zu einer solchen genötigt hat, eine letztwillige Verfügung des Erblassers gefälscht oder vernichtet hat oder … Mehr

Aktuelles zur Nachlassverwaltung

Die Nachlassverwaltung ist ein gerichtlich angeordnetes Verfahren zur Sicherung und Abwicklung eines Nachlasses. Sie dient in erster Linie dem Schutz der Erben vor der Inanspruchnahme durch Nachlassgläubiger: Wird eine Nachlassverwaltung angeordnet, haftet der Erbe grundsätzlich nicht mehr mit seinem Privatvermögen für Nachlassverbindlichkeiten, sondern nur noch mit dem Nachlass selbst. Das macht die Nachlassverwaltung besonders attraktiv, wenn ein Nachlass Schulden enthält, deren Umfang noch nicht vollständig bekannt ist. Die Nachlassverwaltung wird auf Antrag des Erben vom … Mehr

Aktuelles zum Pflichtteilsentzug

Den Pflichtteil zu entziehen, (sog. Pflichtteilsentzug) gilt im deutschen Recht als absolute Ausnahme. Das Gesetz (§§ 2333 ff. BGB) erlaubt den Pflichtteilsentzug nur in eng umgrenzten Ausnahmefällen: wenn der Abkömmling dem Erblasser oder dessen engen Angehörigen gegenüber eine schwere Verfehlung begangen hat, wenn er einer vorsätzlichen Straftat beschuldigt wurde oder wenn besondere Umstände vorliegen, die eine Entziehung rechtfertigen. Die Anforderungen sind hoch, die Hürden bewusst hoch angesetzt. In der Praxis scheitern Versuche, den Pflichtteil zu … Mehr

Aktuelles zum Testamentsvollstrecker

Der Testamentsvollstrecker ist eine Schlüsselfigur in der Nachlassabwicklung. Vom Erblasser im Testament oder Erbvertrag ernannt, ist er verantwortlich für die ordnungsgemäße Verwaltung und Abwicklung des Nachlasses – unabhängig von den Wünschen oder Streitigkeiten der Erben. Seine Aufgaben reichen von der Erstellung eines Nachlassverzeichnisses über die Begleichung von Nachlassverbindlichkeiten bis hin zur Ausführung von Vermächtnissen und der Auseinandersetzung einer Erbengemeinschaft. Die Einsetzung eines Testamentsvollstreckers ist besonders dann sinnvoll, wenn ein komplexer Nachlass abzuwickeln ist, wenn Streit … Mehr

Aktuelles zum Vermächtnis

Das Vermächtnis ist eine letztwillige Zuwendung, die keinen Erben, sondern einen Vermächtnisnehmer begünstigt. Anders als der Erbe, der in die gesamte Rechtsstellung des Erblassers eintritt (einschließlich der Schulden), erhält der Vermächtnisnehmer nur einen schuldrechtlichen Anspruch auf einen bestimmten Vermögenswert: ein Grundstück, einen Geldbetrag, ein Kunstwerk oder eine andere konkrete Sache. Das Vermächtnis ist ein flexibles Instrument der Nachlassgestaltung: Es ermöglicht es dem Erblasser, Personen zu bedenken, die er nicht als Erben einsetzen möchte – etwa … Mehr

Aktuelles zur Erbrechtsreform

Das deutsche Erbrecht gilt als eines der stabilsten Rechtsgebiete – und dennoch steht es immer wieder auf dem Prüfstand. Demografischer Wandel, neue Familienmodelle, die wachsende Bedeutung digitaler Vermögenswerte und gesellschaftspolitische Debatten über Vermögensverteilung und Generationengerechtigkeit treiben die Diskussion über eine Erbrechtsreform an. Was sollte sich ändern? Was kann sich ändern? Und was wird sich tatsächlich ändern? Zu den meistdiskutierten Reformpunkten gehören: die Anpassung des Pflichtteilsrechts, insbesondere bei dauerhaft zerrütteten Familienverhältnissen; die rechtliche Anerkennung unverheirateter Lebenspartner … Mehr

Aktuelles zum Berliner Testament

Das Berliner Testament ist die beliebteste Form des gemeinschaftlichen Testaments unter Ehegatten in Deutschland. Sein Kern: Beide Partner setzen sich gegenseitig als Alleinerben ein, und erst nach dem Tod des Längstlebenden sollen die gemeinsamen Kinder oder andere Schlusserben das Erbe erhalten. Dieses einfache Modell der gegenseitigen Absicherung klingt einleuchtend – birgt aber eine Reihe von Tücken, die in der Praxis immer wieder zu Überraschungen führen. Das größte Problem des Berliner Testaments: die Pflichtteilsgeltendmachung durch Kinder … Mehr

Aktuelles zur Vorerbschaft Nacherbschaft

Die Konstruktion von Vorerbschaft Nacherbschaft gehört zu den anspruchsvollsten Gestaltungsmitteln im deutschen Erbrecht. Sie ermöglicht es dem Erblasser, den Nachlass sozusagen in zwei zeitlichen Stufen zu übertragen: Zunächst erbt der Vorerbe – er kann das Erbe nutzen, ist in seiner Verfügungsmacht aber erheblich eingeschränkt. Nach Eintritt eines bestimmten Ereignisses (häufig: Tod des Vorerben) geht der Nachlass auf den Nacherben über. Typische Anwendungsfälle: Ein Ehegatte soll lebenslang vom Erbe profitieren, nach seinem Tod sollen aber die … Mehr

Aktuelles zum Thema Schenkung

Eine Schenkung zu Lebzeiten ist ein häufig genutztes Instrument der Vermögensnachfolge – und eine häufige Quelle erbrechtlicher Konflikte. Wer zu Lebzeiten Vermögen überträgt, kann damit die Erbschaftsteuer reduzieren, die gesetzliche Erbfolge vorwegnehmen oder bestimmte Begünstigte bevorzugen. Doch das deutsche Erbrecht hält mehrere Mechanismen bereit, um allzu weitreichende Benachteiligungen anderer Erben zu korrigieren. Der wichtigste dieser Mechanismen ist der Pflichtteilsergänzungsanspruch nach § 2325 BGB: Schenkungen, die der Erblasser in den letzten zehn Jahren vor dem Erbfall … Mehr

Aktuelles zum Nachlassgericht

Das Nachlassgericht ist die erste Anlaufstelle für viele erbrechtliche Angelegenheiten nach einem Todesfall. Als Teil des Amtsgerichts am letzten Wohnsitz des Verstorbenen ist es zuständig für eine Vielzahl von Aufgaben: Eröffnung von Testamenten und Erbverträgen, Erteilung von Erbscheinen, Bestellung von Nachlasspflegern, Entgegennahme von Erbausschlagungserklärungen und die Führung des Erbregisters. Viele Bürgerinnen und Bürger wissen nicht genau, wann und warum sie das Nachlassgericht aufsuchen müssen. Muss ich dort hingehen, wenn ein Angehöriger stirbt? Was passiert mit … Mehr