Aktuelles zur Verdachtsberichterstattung

Die Verdachtsberichterstattung ist eine der komplexesten Figuren im deutschen Presserecht. Sie erlaubt es Medien, über laufende Ermittlungsverfahren und den Verdacht strafbarer Handlungen zu berichten, obwohl noch keine rechtskräftige Verurteilung vorliegt. Das ist journalistisch wichtig – Ermittlungsverfahren gegen Politiker, Manager oder Prominente sind oft von erheblichem öffentlichen Interesse. Zugleich gefährdet eine voreilige oder fehlerhafte Berichterstattung Persönlichkeitsrechte und die Unschuldsvermutung des Betroffenen.

Die Rechtsprechung hat für die Verdachtsberichterstattung klare Voraussetzungen entwickelt: Es muss ein Mindestbestand an Tatsachen vorliegen, der den Verdacht stützt. Die Berichterstattung muss neutral und ausgewogen erfolgen. Der Betroffene muss vor der Veröffentlichung um Stellungnahme gebeten worden sein. Und die Berichterstattung muss dem öffentlichen Informationsinteresse entsprechen. Das OLG München hat im März 2026 klargestellt, dass ein erlassener und vollstreckter Haftbefehl – flankiert durch eine privilegierte Pressemitteilung der Ermittlungsbehörden – als ausreichende Tatsachengrundlage für eine Verdachtsberichterstattung dienen kann.

Recht Umschau aggregiert täglich aktuelle Rechtsnews zur Verdachtsberichterstattung. Wir kuratieren Beiträge aus Presserechtsblogs, erklärende YouTube-Videos und Podcast-Episoden, die aktuelle Urteile und Entwicklungen praxisnah einordnen. Ob neue BGH-Entscheidungen zu den Zulässigkeitsvoraussetzungen, aktuelle OLG-Urteile zum Haftbefehl als Berichterstattungsgrundlage oder praxisnahe Hinweise für Redaktionen – bei Recht Umschau finden Sie täglich den aktuellsten Stand.

Blogs

Axel Springer hat nach unserer außergerichtlichen Abmahnung eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben. Anlass war eine Berichterstattung in der B.Z. über ein Berliner Unternehmen, das im sozialen Bereich tätig ist und für...Mehr
Veröffentlicht: 20.07.26
Blog: Geßner Legal Medienkanzlei
Wenn eine Namensnennung in der Berichterstattung nicht nur informiert, sondern den Betroffenen an einen Pranger stellt, stellt sich die Frage: Wann überschreitet legitime Presse- und Meinungsfreiheit die Grenze zum unzulässigen...Mehr
Veröffentlicht: 25.04.26
Blog: Geßner Legal Medienkanzlei
Wie weit reicht der Schutz der Meinungsfreiheit aus Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG bei scharfer Wirtschaftskritik? Mit Urteil vom 10.03.2026 (Az. VI ZR...Mehr
Veröffentlicht: 20.04.26
Blog: Geßner Legal Medienkanzlei
Das Medienrechtsteam von GEßNER LEGAL konnte vor der Pressekammer des Landgerichts Berlin einen bedeutenden presserechtlichen Erfolg für einen hochrangigen Mitarbeiter des Berliner Senats erzielen. Mit Urteil vom 03.02.2026 erließ das...Mehr
Veröffentlicht: 14.03.26
Blog: Geßner Legal Medienkanzlei
Veröffentlicht: 06.02.26
Blog: Geßner Legal Medienkanzlei
Das Zitieren aus vertraulichen Vernehmungsprotokollen ist für Medien juristisch riskant, doch nicht per se unzulässig. Das LG Berlin II hat nun entschieden, dass das öffentliche Informationsinteresse im Fall Christina Block schwerer wiegt als die Vertraulichkeit strafrechtlicher Ermittlungsakten....Mehr
Veröffentlicht: 08.01.26
Blog: WBS Legal – Medienrecht
Veröffentlicht: 12.12.25
Blog: Geßner Legal Medienkanzlei
Veröffentlicht: 11.12.25
Blog: Geßner Legal Medienkanzlei
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Veröffentlicht: 09.12.25
Blog: Geßner Legal Medienkanzlei
Erfolg vor dem Landgericht Hamburg wegen unzulässiger Verdachtsberichterstattung der taz Geßner Legal konnte einen weiteren medienrechtlichen Erfolg erzielen: Das Landgericht Hamburg hat mit Urteil vom 30.09.2025 (Az. 324 O 516/23) unserem Unterlassungsantrag in weiten Teilen stattgegeben und insgesamt 29...Mehr
Veröffentlicht: 15.10.25
Blog: Geßner Legal Medienkanzlei
Eine AfD-Referentin fällt bei einer Sicherheitsprüfung durch. Die Welt schreibt darüber – und bringt sie in Zusammenhang mit möglicher China-Spionage, ohne dabei ihren Namen zu nennen. Ob das erlaubt war und warum dies keine Verdachtsberichterstattung gewesen ist, hat das LG Berlin II nun geklärt.Mehr
Veröffentlicht: 26.03.25
Blog: WBS Legal – Medienrecht
In einer vierteiligen TV-Doku wurde ein ehemaliger Geheimagent so dargestellt, als habe er etwas mit dem Tod des 1987 unter mysteriösen Umständen verstorbenen CDU-Politikers Uwe Barschel zu tun. Das OLG Frankfurt entschied, dass die Berichterstattung den Verdacht gegen den Mann nicht äußern dürfe, da er zuvor nicht ausreichend zur Stellungnahme...Mehr
Veröffentlicht: 25.03.25
Blog: WBS Legal – Medienrecht
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Veröffentlicht: 24.03.25
Blog: Rechtsanwalt Kramarz - Medienrecht
Werden Promis im Privatleben zu sehr von Boulevard-Reportern überwacht, kann das für entsprechende Magazine böse enden. Kla­gen die Prominenten nämlich gegen eine solche Berichterstattung, haben Boulevard-Magazine kaum noch Möglichkeiten vor Gericht, sich zu wehren. ...Mehr
Veröffentlicht: 14.01.25
Blog: WBS Legal – Medienrecht
Die Verdachtsberichterstattung ist ein heikles Thema, das besonders für Unternehmer* und Unternehmen von Bedeutung ist. Es geht dabei um die Veröffentlichung von Informationen, die auf einem Verdacht beruhen und daher nicht als bewiesene Tatsachen betrachtet werden. Hierbei stellen sich oft Fragen nach dem Schutz des Persönlichkeitsrechts der betroffenen Person gegenüber...Mehr
Veröffentlicht: 19.11.24
Blog: TWW.Law – Medien- und Presserecht
Veröffentlicht: 28.10.24
Blog: Buse Herz Grunst Rechtsanwälte - Medien- und Wirtschaftsrecht
Veröffentlicht: 31.05.24
Blog: Buse Herz Grunst Rechtsanwälte - Medien- und Wirtschaftsrecht
Veröffentlicht: 11.08.23
Blog: Buse Herz Grunst Rechtsanwälte - Medien- und Wirtschaftsrecht
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Veröffentlicht: 07.03.23
Blog: Rechtsanwalt Dr. Hans-Georg Riegger – Presserecht
Veröffentlicht: 23.03.22
Blog: Buse Herz Grunst Rechtsanwälte - Medien- und Wirtschaftsrecht
a) Die Wiederholungsgefahr im Sinne von § 1004Abs. 1 Satz 2 BGB und damit ein Anspruch des Betroffenen auf Unterlassung einer ihn identifizierenden Wort- und Bildberichterstattung über ein Ermittlungsverfahren können entfallen, wenn der Betroffene wegen der Straftat rechtskräftig verurteilt ist, die Unschuldsvermutung also nicht mehr gilt. b) Ist...Mehr
Veröffentlicht: 18.06.19
Blog: TWW.Law – Medien- und Presserecht
BGH, Urt. v. 16.02.2016, Az. VI ZR 367/15 (extern via openJur) Auch wenn in einer amtlichen Verlautbarung der Staatsanwaltschaft der Name des Beschuldigten genannt wird, muss das verbreitende Medium (hier: Online-Nachrichtenportal) eigenständig prüfen, ob eine Namensnennung nach den Grundsätzen der Verdachtsberichterstattung zulässig ist....Mehr
Veröffentlicht: 12.07.16
Blog: Kanzlei Dr. Schaefer

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YouTube

Der aktuelle Fall um YouTuber Jean Pierre „JP“ Kraemer zeigt, wie eng Krisenkommunikation und Medienrecht zusammenhängen. Nach einer ersten öffentlichen Stellungnahme wurde weiteres Videomaterial bekannt; noch am selben Tag folgte ein zweites Statement. Rechtsanwalt David Geßner erklärt, warum eine vorschnelle Reaktion aus einem Reputationsproblem zusätzlich ein Glaubwürdigkeitsproblem machen kann. Eine Presseanfrage verpflichtet Betroffene nicht dazu, sofort ein YouTube-Video oder...Mehr
Veröffentlicht: 29.08.26
Kanal: Geßner Legal Medienkanzlei (Youtube)
Der Fitness-Influencer Christian Wolf hat die nächste Niederlage vor dem Landgericht Berlin kassiert – diesmal nicht wegen Verdachtsäußerungen, sondern wegen einer Urheberrechtsverletzung. In diesem Video erkläre ich, was passiert ist, warum das Landgericht eine einstweilige Verfügung erlassen hat und was Influencer und Creator aus dem Fall mitnehmen sollten. 📌 THEMEN IN DIESEM VIDEO – Vorgeschichte: Wolfs Verdachtsberichterstattung gegen Sony...Mehr
Veröffentlicht: 17.05.26
Kanal: Geßner Legal Medienkanzlei (Youtube)

Podcasts

Der Fall Collien Fernandes hat das Thema Deepfakes und digitale Gewalt in Deutschland in den Fokus gerückt. In dieser Folge analysieren David Gessner gemeinsam mit Wissenschaftlichem Mitarbeiter Felix Schimmel die aktuelle Rechtslage und zeigen, wo die größten Probleme in der Praxis liegen. Darum geht es in dieser Folge: **Deepfakes und digitale Gewalt im Fall Collien Fernandes Strafrechtliche Einordnung nach geltendem...Mehr
Veröffentlicht: 30.03.26
Podcast: Der Medienanwalt - David Geßner (Podcast)
Wann ist die Berichterstattung über Strafverfahren zulässig? Diesmal spreche ich mit meinem Kanzleikollegen und Fachanwalt für Medienrecht Marvin Schumacher über das Thema Verdachtsberichterstattung. Einleitung und Begrüßung Warum wird man Medienanwalt? Legal Affairs - wie authentisch ist die Story? These Nr.1 - Medien missachten Persönlichkeitsrechte oft bewusst These Nr.2 - Nur härtere "Strafen" können Medien...Mehr
Veröffentlicht: 12.03.22
Podcast: Der Medienanwalt - David Geßner (Podcast)

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