Aktuelles zum KRITIS-Dachgesetz

Das KRITIS-Dachgesetz ist die gesetzgeberische Antwort auf die gewachsene Verwundbarkeit kritischer Infrastrukturen – von Energie- und Wassernetzen über Telekommunikation und Gesundheitswesen bis zu Transport und Ernährung. Im Kontext der sicherheitspolitischen Zeitenwende, hybrider Bedrohungen und Sabotageakte – von beschädigten Ostsee-Kabeln bis zu Drohnenüberflügen – soll das Gesetz die physische Resilienz kritischer Anlagen erstmals sektorübergreifend regeln: mit verbindlichen Pflichten zur Risikobewertung und zu Resilienzmaßnahmen, Mindeststandards, Meldeprozessen für Vorfälle und einer gestärkten Aufsicht. Es setzt die europäische CER-Richtlinie um und ergänzt die Cybersicherheitsregulierung nach NIS-2.

Die Fachdiskussion bescheinigt dem Gesetz einen richtigen Ansatz, sieht den großen Wurf aber noch ausstehen: Entscheidend wird die Konkretisierung durch Rechtsverordnungen sein, mit denen das Bundesinnenministerium Schwellenwerte, Anlagenkategorien und technische Standards festlegt. Setzt die Verordnungsgebung keine stringenten Standards, droht aus gut gemeintem Schutz ein bürokratisches Pflichtenprogramm ohne substanziellen Sicherheitsgewinn zu werden. Für die betroffenen Betreiber – vielfach Unternehmen, die bislang keiner Sicherheitsregulierung unterlagen – stellen sich praktische Fragen zu Betroffenheit, Registrierung, Nachweisen und dem Zusammenspiel mit NIS-2-Pflichten.

Recht Umschau aggregiert täglich aktuelle Rechtsnews zum KRITIS-Dachgesetz. Wir kuratieren Beiträge aus rechtspolitischen und sicherheitsrechtlichen Fachblogs, informative YouTube-Videos und Podcast-Episoden, die die KRITIS-Regulierung fundiert begleiten. Ob der Stand der Rechtsverordnungen, Analysen zum Zusammenspiel mit NIS-2 und Cybersicherheitsrecht, Hinweise für betroffene Betreiber oder die sicherheitspolitische Gesamtdebatte – bei Recht Umschau finden Sie täglich den aktuellsten Stand.

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von FLORIAN KRIENER Das KRITIS-Dachgesetz soll im Kontext der sicherheitspolitischen „Zeitenwende“ die Resilienz kritischer Infrastrukturen durch verbindliche Pflichten, Mindeststandards, Meldeprozesse und eine gestärkte Aufsicht systematisch erhöhen. Nun liegt es am Bundesinnenministerium, die erforderliche Konkretisierung durch Rechtsverordnungen vorzunehmen und dabei stringente Standards zu setzen. Andernfalls droht, dass aus gut gemeintem Schutz...Mehr
Veröffentlicht: 14.04.26
Blog: Juwiss - Rechtspolitik

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