Aktuelles zu Masseverbindlichkeiten

Masseverbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten, die nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens durch Handlungen des Insolvenzverwalters oder durch die Verwaltung, Verwertung und Verteilung der Insolvenzmasse entstehen. Sie genießen gegenüber den Insolvenzforderungen – also den vor der Verfahrenseröffnung entstandenen Forderungen der Gläubiger – absoluten Vorrang: Sie werden aus der Insolvenzmasse vorab befriedigt, bevor eine Verteilung an die Insolvenzgläubiger stattfindet.

Typische Masseverbindlichkeiten sind: Vergütung des Insolvenzverwalters und seiner Berater, laufende Mieten für vom Insolvenzverwalter in Anspruch genommene Räumlichkeiten, Arbeitnehmeransprüche nach Verfahrenseröffnung sowie Steuern und Sozialversicherungsbeiträge, die während des Verfahrens entstehen. Wenn die Masse nicht ausreicht, alle Masseverbindlichkeiten zu befriedigen (Masseunzulänglichkeit), haften auch diese Gläubiger anteilig – mit Ausnahme der Verfahrenskosten, die absoluten Vorrang genießen.

Recht Umschau aggregiert täglich aktuelle Rechtsnews zu Masseverbindlichkeiten. Wir kuratieren Beiträge aus Insolvenzrechtsblogs, informative YouTube-Videos und Podcast-Episoden, die das Recht der Masseverbindlichkeiten praxisnah aufbereiten. Ob neue BGH-Entscheidungen zur Einordnung von Verbindlichkeiten als Masse- oder Insolvenzforderungen, aktuelle Urteile zur Masseunzulänglichkeit oder praxisnahe Hinweise für Gläubiger – bei Recht Umschau finden Sie täglich den aktuellsten Stand.

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Bundesarbeitsgericht zur Urlaubsabgeltung in der Insolvenz In der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom 10.09.2020 mit dem Aktenzeichen 6 AZR 94/19 (A) zeigt sich, wie schnell ein scheinbar alltägliches Thema wie offener Resturlaub zu einer insolvenzrechtlichen Grundsatzfrage werden kann. Denn sobald ein Unternehmen in Schieflage gerät, geht es für Beschäftigte nicht nur um die Frage, ob ihnen Ansprüche zustehen, sondern vor allem darum, ob diese Ansprüche tatsächlich noch durchsetzbar sind oder am Ende nur als Insolvenzforderung in... Mehr
Veröffentlicht: 26.01.2026
Blog: Kanzlei Braun - Insolvenzrecht
Der Insolvenzverwalter zwischen steuerlicher Pflicht, Haftung und Kostentragung Nach der Klärung, wer die Steuerberatungskosten im Insolvenzverfahren zu tragen hat, richtet sich der Blick nun auf die dahinter liegende Systematik: Warum trifft den Insolvenzverwalter eine so weitreichende steuerliche Verantwortung – und welche rechtlichen Konsequenzen ergeben sich daraus? Das Insolvenzverfahren ist kein steuerfreier Raum. Mit der Verfahrenseröffnung entsteht vielmehr ein eigenes steuerliches Verantwortungszentrum, in dessen Mittelpunkt der Insolvenzverwalter steht. Seine Rolle beschränkt sich nicht auf die reine... Mehr
Veröffentlicht: 05.11.2025
Blog: Kanzlei Braun - Insolvenzrecht
Wer zahlt den Steuerberater im Insolvenzverfahren? Wenn ein Unternehmen in die Insolvenz rutscht, stürzt nicht nur die wirtschaftliche Ordnung, sondern auch die Buchhaltung in ein Chaos. Und mitten in diesem Durcheinander steht eine Frage, die auf den ersten Blick banal wirkt, in Wahrheit aber die Grundprinzipien des Insolvenzrechts berührt: Wer trägt die Kosten für den Steuerberater, der im Auftrag des Insolvenzverwalters eine Betriebswirtschaftliche Auswertung oder gar die Steuererklärungen erstellt – der Verwalter, also die Insolvenzmasse,... Mehr
Veröffentlicht: 03.11.2025
Blog: Kanzlei Braun - Insolvenzrecht
Im Regelverfahren verliert der Schuldner spätestens mit Insolvenzeröffnung die Verfügungsbefugnis über sein Vermögen an einen Insolvenzverwalter (§ 80 InsO). Bei der Eigenverwaltung wird hingegen auf die Einsetzung eines (vorläufigen) Insolvenzverwalters verzichtet, die Geschäftsführung bleibt im Amt und führt – zumeist unter Hinzuziehung eines erfahrenen Insolvenz- und Sanierungsberaters – weiterhin die Geschäfte des Schuldners. Das Insolvenzgericht bestellt in der Eigenverwaltung lediglich einen (vorläufigen) Sachwalter, der nicht an die Stelle des Schuldners tritt, sondern diesen und dessen... Mehr
Veröffentlicht: 11.04.2025
Blog: cmshs-bloggt - Insolvenzrecht
Im Rahmen einer Insolvenz kann es vorkommen, dass zum Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens ein Vertragsverhältnis noch nicht vollständig erfüllt ist. Dem Insolvenzverwalter steht in diesem Fall nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens gemäß § 103 InsO ein Wahlrecht dahingehend zu, ob er den Vertrag anstelle des Schuldners erfüllt oder die Erfüllung ablehnt. Der Insolvenzverwalter hat Wahlrecht, ob er Verträge erfüllt, § 103 InsO Das Erfüllungswahlrecht hat den Zweck, dem Insolvenzverwalter im Interesse der Insolvenzmasse und damit... Mehr
Veröffentlicht: 20.02.2025
Blog: cmshs-bloggt - Insolvenzrecht
Ob man Insolvenz- oder Massegläubiger ist, spielt vor allem wegen der fast immer unterschiedlichen Befriedigungsquote eine große Rolle: Insolvenzforderungen werden nur in Höhe der (meist geringen) Insolvenzquote bedient, während Masseverbindlichkeiten (häufig auch als Masseforderung bezeichnet) grundsätzlich in voller Höhe vorab aus der Insolvenzmasse befriedigt werden. Die Unterscheidung ist im Insolvenzverfahren nicht immer einfach. Maßgeblich für die Einordnung ist die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. In einigen Ausnahmefällen kann dies aber auch die Stellung des Insolvenzantrages sein. Die... Mehr
Veröffentlicht: 06.02.2025
Blog: cmshs-bloggt - Insolvenzrecht
Dem Insolvenzverwalter* kommt kraft seines Amtes die Aufgabe zu, den Jahresabschluss zu erstellen. Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellt dabei einen Schnitt dar, sodass der Zeitraum vor der Eröffnung des Verfahrens ein Rumpfgeschäftsjahr ist.  In der Entscheidung vom 28. April 2022 (Urteil des IX. Zivilsenats vom 28. April 2022 – IX ZR 68/21 – bundesgerichtshof.de) hatte der BGH darüber zu urteilen, ob das Honorar eines Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr vor der Eröffnung des Verfahrens eine Masse- oder eine Insolvenzforderung darstellt. Der Abschlussprüfer war... Mehr
Veröffentlicht: 20.10.2022
Blog: cmshs-bloggt - Insolvenzrecht
Der BGH hat bereits in vielen Fällen zur Inanspruchnahme von Kommanditisten* in der Insolvenz entschieden. Insbesondere bei Publikumsgesellschaften wird die Beteiligung der Investoren häufig in Form der Kommanditbeteiligung ausgestaltet. Die Kommanditisten gehen dabei oftmals irrigerweise davon aus, keinerlei finanzielles Risiko einzugehen. Vor diesem Hintergrund soll anhand der jüngsten Rechtsprechung des BGH thematisch erörtert werden, wie und in welchen Fällen dennoch eine Haftung gegeben sein kann. Zudem ergeben sich Fragen zur Darlegungs- und Beweislast des Insolvenzverwalters... Mehr
Veröffentlicht: 20.12.2021
Blog: cmshs-bloggt - Insolvenzrecht
Es handelt sich um keine neue Rechtsprechung. Dennoch kommt es in der Praxis häufig vor, dass Vermieter ihre Mietforderung für den Monat, in dem das Insolvenzverfahren eröffnet wird, vollständig als Insolvenzforderung anmelden, sofern das Verfahren nicht am Monatsersten eröffnet wird. Korrekt ist jedoch, dass die Mietforderung für den Monat, in dem das Insolvenzverfahren eröffnet wird, in dem Umfang Masseverbindlichkeit darstellt, der dem ab der Verfahrenseröffnung verbleibenden Teil des Monats entspricht. Dies hat der BGH in... Mehr
Veröffentlicht: 11.11.2021
Blog: cmshs-bloggt - Insolvenzrecht
Auch in der Insolvenz unterliegen Unternehmen, die eine Betriebsänderung durchführen wollen, der Sozialplanpflicht. Jedoch sieht die Insolvenzordnung für Sozialpläne in der Insolvenz insolvenzspezifische Sonderregelungen insbesondere mit Blick auf die Höhe des zulässigen Sozialplanvolumens vor. So dürfen Abfindungsleistungen in einem nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens abgeschlossenen Sozialplan gemäß § 123 Abs. 1, Abs. 2 Satz 2 InsO zweieinhalb Bruttomonatsgehälter pro abfindungsberechtigtem Arbeitnehmer (absolute Obergrenze) und ein Drittel der Teilungsmasse (relative Obergrenze) nicht überschreiten. Absolute Obergrenze, § 123... Mehr
Veröffentlicht: 10.01.2017
Blog: Kliemt.blog – Insolvenzrecht

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