Aktuelles zum Thema Insolvenzrecht Arbeitnehmer

Die Insolvenz des Arbeitgebers ist für Arbeitnehmer eine existenzielle Krisensituation. Das Insolvenzrecht und das Arbeitsrecht greifen hier eng ineinander. Arbeitnehmer sind in der Insolvenz ihres Arbeitgebers in mehrfacher Hinsicht betroffen: Sie haben offene Lohnforderungen, die als Insolvenzforderungen angemeldet werden müssen, ihr Arbeitsverhältnis kann durch den Insolvenzverwalter mit verkürzter Kündigungsfrist gekündigt werden, und bei einem Betriebsübergang greifen besondere Regeln.

Der wichtigste Schutzmechanismus für Arbeitnehmer in der Insolvenz ist das Insolvenzgeld: Es wird von der Bundesagentur für Arbeit für die letzten drei Monate vor Insolvenzeröffnung gewährt und sichert die ausgefallenen Nettolöhne. Der Antrag muss innerhalb von zwei Monaten nach Insolvenzeröffnung gestellt werden. Daneben genießen Arbeitnehmeransprüche, die nach Verfahrenseröffnung entstehen, den Status von Masseverbindlichkeiten.

Recht Umschau aggregiert täglich aktuelle Rechtsnews zum Insolvenzrecht aus Arbeitnehmerperspektive. Wir kuratieren Beiträge aus Arbeitsrechts- und Insolvenzrechtsblogs, informative YouTube-Videos und Podcast-Episoden, die Arbeitnehmerrechte in der Insolvenz praxisnah aufbereiten. Ob neue BAG-Entscheidungen zur Urlaubsabgeltung in der Insolvenz, aktuelle Urteile zum Insolvenzgeld oder praxisnahe Hinweise zum Vorgehen als Arbeitnehmer im Insolvenzfall – bei Recht Umschau finden Sie täglich den aktuellsten Stand.

Blogs

„Einer für Alle, keiner für Einen“ – Wenn Verantwortung mehr wiegt als Organstellung Zwei Geschäftsführer, eine insolvente GmbH und offene Sozialversicherungsbeiträge – was nach einem typischen Krisenszenario klingt, wurde vor dem Landgericht Stuttgart zu einer grundlegenden Klärung des Gesamtschuldnerausgleichs. Mit Urteil vom 19.02.2025 zum Aktenzeichen 49 O 13/23 entschied die 49. Zivilkammer, dass die bloße Organstellung nicht automatisch zu einer hälftigen Haftung im Innenverhältnis führt. Maßgeblich sei vielmehr, wer tatsächlich verantwortlich war. Im Zentrum der... Mehr
Veröffentlicht: 11.03.2026
Blog: Kanzlei Braun - Insolvenzrecht
Bundesarbeitsgericht zur Urlaubsabgeltung in der Insolvenz In der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom 10.09.2020 mit dem Aktenzeichen 6 AZR 94/19 (A) zeigt sich, wie schnell ein scheinbar alltägliches Thema wie offener Resturlaub zu einer insolvenzrechtlichen Grundsatzfrage werden kann. Denn sobald ein Unternehmen in Schieflage gerät, geht es für Beschäftigte nicht nur um die Frage, ob ihnen Ansprüche zustehen, sondern vor allem darum, ob diese Ansprüche tatsächlich noch durchsetzbar sind oder am Ende nur als Insolvenzforderung in... Mehr
Veröffentlicht: 26.01.2026
Blog: Kanzlei Braun - Insolvenzrecht
Wie lange kann ein Insolvenzverwalter Zahlungen zurückfordern? | Anwalt Insolvenzrecht Ein Insolvenzverwalter kann Zahlungen in der Regel bis zu 10 Jahre rückwirkend zurückfordern – abhängig von Art der Zahlung und Kenntnislage des Zahlungsempfängers.Im Detail ist es aber differenzierter: Überblick: Anfechtungszeiträume nach Insolvenzrecht 1. Unentgeltliche Leistungen – bis zu 4 Jahre z. B. Schenkungen, verdeckte Gewinnausschüttungen ohne Gegenleistung Zeitraum: bis 4 Jahre vor Insolvenzantrag Klassiker: „noch schnell Geld an Familie/Freunde“ 2. Kongruente Deckung – bis zu... Mehr
Veröffentlicht: 02.01.2026
Blog: anwalt-insolvenzrecht24.de
Im Rahmen einer Insolvenz kann es vorkommen, dass zum Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens ein Vertragsverhältnis noch nicht vollständig erfüllt ist. Dem Insolvenzverwalter steht in diesem Fall nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens gemäß § 103 InsO ein Wahlrecht dahingehend zu, ob er den Vertrag anstelle des Schuldners erfüllt oder die Erfüllung ablehnt. Der Insolvenzverwalter hat Wahlrecht, ob er Verträge erfüllt, § 103 InsO Das Erfüllungswahlrecht hat den Zweck, dem Insolvenzverwalter im Interesse der Insolvenzmasse und damit... Mehr
Veröffentlicht: 20.02.2025
Blog: cmshs-bloggt - Insolvenzrecht
Das Insolvenzverfahren beginnt in dem Augenblick, in dem das Insolvenzgericht es durch Beschluss eröffnet (Insolvenzeröffnungsbeschluss). Sofort nachdem der Richter den Insolvenzeröffnungsbeschluss unterschrieben hat, tritt der Insolvenzbeschlag (die Beschlagnahme des schuldnerischen Vermögens) ein: Der Schuldner verliert nach § 80 der Insolvenzordnung (InsO) die Befugnis, über sein Vermögen zu verfügen. Diese Verfügungsbefugnis geht auf den Insolvenzverwalter über. Trifft der Schuldner gleichwohl eine Verfügung über einen Vermögensgegenstand, ist sie gegenüber jedermann unwirksam. Hierzu ein einfaches Beispiel: Der Schuldner hat gegenüber... Mehr
Veröffentlicht: 11.12.2024
Blog: cmshs-bloggt - Insolvenzrecht
Ist ein Arbeitgeber* zahlungsunfähig und/oder überschuldet, und haben die Arbeitnehmer deshalb ihr Gehalt nur teilweise oder gar nicht mehr erhalten, zahlt die Agentur für Arbeit die ausstehenden Entgeltansprüche. Diese werden allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen für einen Zeitraum von höchstens drei Monaten an die betroffenen Arbeitnehmer in Form von Insolvenzgeld gezahlt. In der Praxis stellen sich hier zahlreiche Fragen zum Insolvenzgeld, insbesondere im Hinblick auf dessen Berechnung und einer frühzeitigen Auszahlung. Entlastung des insolventen Arbeitgebers... Mehr
Veröffentlicht: 05.12.2024
Blog: cmshs-bloggt - Insolvenzrecht
Ziel des Insolvenzverfahrens ist es, die Gläubiger in einem geordneten Verfahren gemeinschaftlich und gleichmäßig (Grundsatz der Gläubigergleichbehandlung) zu befriedigen (vgl. § 1 InsO), indem das Vermögen des Schuldners verwertet und der Erlös verteilt wird (Liquidation/Veräußerung) oder in einem Insolvenzplan eine abweichende Regelung insbesondere zum Erhalt des Unternehmens (Sanierung) getroffen wird. Ein Zugriff einzelner Gläubiger auf die Vermögensgegenstände und somit ein sog. „Wettlauf der Gläubiger“ ist im Insolvenzverfahren ausgeschlossen. Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über... Mehr
Veröffentlicht: 24.10.2024
Blog: cmshs-bloggt - Insolvenzrecht
Die Immobilienkrise in China sorgte in den vergangenen Jahren regelmäßig für Schlagzeilen. Aufgrund der Größe der chinesischen Volkswirtschaft und ihrer internationalen Verflechtungen liegt es nahe, dass eine Eskalation dieser Krise auch für Deutschlands Immobilienmarkt und die Wirtschaft im weiteren Sinne Konsequenzen haben könnte. In diesem Beitrag sollen die Ursachen, Entwicklungen sowie Auswirkungen der chinesischen Immobilienkrise beleuchtet sowie Zukunftsaussichten dargestellt werden. Ursachen der Immobilienkrise in China In das Bewusstsein der meisten westlichen Beobachter* rückten die Probleme... Mehr
Veröffentlicht: 29.04.2024
Blog: cmshs-bloggt - Insolvenzrecht
Nach chinesischem Recht ist ein Unternehmen insolvent, wenn es nicht in der Lage ist, seine fälligen Verbindlichkeiten zu bedienen (Zahlungsunfähigkeit) und zugleich das Vermögen nicht ausreicht, um alle Verbindlichkeiten zu decken (Überschuldung) oder wenn das Unternehmen offensichtlich zahlungsunfähig ist. In diesem Fall kann das Unternehmen einen Insolvenzantrag mit dem Ziel der Liquidation beim zuständigen Gericht am Sitz des Unternehmens stellen. Anders als in vielen europäischen Ländern (z.B. Deutschland) besteht keine Pflicht der Geschäftsleitung, einen Insolvenzantrag zu... Mehr
Veröffentlicht: 06.02.2024
Blog: cmshs-bloggt - Insolvenzrecht
Kurz vor Ende des vergangenen Jahres, am 7. Dezember 2022, veröffentlichte die EU-Kommission den Entwurf einer Richtlinie (RL-E), mit dem sie mehrere Vorschläge zur weiteren Harmonisierung der unterschiedlichen nationalen Insolvenzrechtsordnungen der Mitgliedstaaten unterbreitet. Die Richtlinie soll dabei ein weiterer Baustein auf dem Weg hin zu einer Kapitalmarktunion sein. Ziel ist es, bestimmte Bereiche des Insolvenzrechts EU-weit zu harmonisieren, um dadurch grenzüberschreitende Investitionen und Geschäftsbeziehungen zu fördern und die Wettbewerbsbedingungen anzugleichen. Für alle Marktteilnehmer* sollen die Folgen von... Mehr
Veröffentlicht: 31.01.2023
Blog: cmshs-bloggt - Insolvenzrecht
Im September 2022 wird die Energiepreispauschale i.H.v. 300 € brutto an alle anspruchsberechtigten Personen ausgezahlt. Dies bedeutet nicht nur eine Menge Mehrarbeit für alle Arbeitgeber, es gibt auch keine eindeutige Regelung, was die Frage der Pfändbarkeit betrifft.  Wir haben den aktuellen Stand für Sie zusammengefasst: 1.Ist die Energiepreispauschale vor Pfändungen geschützt? Der Gesetzgeber hat in dem Steuerentlastungsgesetz zur Energiepreispauschale nicht explizit geregelt, dass die Leistungen unpfändbar sind. Die Pfändungsschutzvorschriften in der Zivilprozessordnung (ZPO) führen nicht... Mehr
Veröffentlicht: 01.09.2022
Blog: Grünert Rechtsanwälte
In diesem Blogbeitrag erfahren Sie, wie es zu Schulden bei der gesetzlichen Krankenversicherung kommen kann was Krankenversicherungen bei Beitragsrückständen unternehmen welche Leistungen Sie bei Ihrem Arzt noch in Anspruch nehmen können wie Sie das Ruhen der Krankenversicherungsleistungen bei Zahlungsrückständen beenden können und wie Beitragsrückstände abgebaut oder durch ein Insolvenzverfahren entschuldet werden können. drei Notfallregeln bei Krankenversicherungsschulden Wie kommt es zu Schulden bei der gesetzlichen Krankenversicherung? Rückständige Krankenversicherungsbeiträge entstehen in der Regel nur bei Selbstständigen,  die... Mehr
Veröffentlicht: 10.06.2022
Blog: Grünert Rechtsanwälte
Es handelt sich um keine neue Rechtsprechung. Dennoch kommt es in der Praxis häufig vor, dass Vermieter ihre Mietforderung für den Monat, in dem das Insolvenzverfahren eröffnet wird, vollständig als Insolvenzforderung anmelden, sofern das Verfahren nicht am Monatsersten eröffnet wird. Korrekt ist jedoch, dass die Mietforderung für den Monat, in dem das Insolvenzverfahren eröffnet wird, in dem Umfang Masseverbindlichkeit darstellt, der dem ab der Verfahrenseröffnung verbleibenden Teil des Monats entspricht. Dies hat der BGH in... Mehr
Veröffentlicht: 11.11.2021
Blog: cmshs-bloggt - Insolvenzrecht
Der Erwerb eines Betriebs aus der Insolvenz kann Tücken haben – insbesondere, wenn die betriebliche Altersversorgung der Mitarbeiter im Spiel ist. Bleibt es hier bei der erwerberfreundlichen Rechtsprechung des BAG? Die Zusage einer betrieblichen Altersversorgung macht Unternehmen für (potentielle) Mitarbeiter zu einem attraktiven Arbeitgeber. Steht irgendwann jedoch ein Verkauf an, können die Versorgungsverpflichtungen aus Erwerbersicht zum Dealbreaker werden. Gerade wenn es um die Übernahme eines Betriebs(teils) aus der Insolvenz geht, erscheint die Aussicht, sich als... Mehr
Veröffentlicht: 21.06.2021
Blog: Kliemt.blog – Insolvenzrecht
Die gesetzlichen Vorschriften zum Betriebsübergang finden grundsätzlich auch auf die Übernahme eines Betriebs oder Betriebsteils vom Insolvenzverwalter während des Insolvenzverfahrens Anwendung. Es gibt jedoch Ausnahmen. Insbesondere stellen sich folgende Fragen: Haftet der Erwerber eines Betriebs im Insolvenzverfahren für Abfindungsansprüche aus Sozialplänen, Urlaubsansprüche, Guthaben auf Arbeitszeitkonten und Versorgungsanwartschaften? Kann er sich bei der Kündigung von Arbeitsverhältnissen auf die insolvenzrechtlichen Erleichterungen berufen? Der folgende Beitrag beantwortet diese Fragen unter Erläuterung der einschlägigen Rechtsprechung So findet bei einer... Mehr
Veröffentlicht: 15.11.2017
Blog: Kliemt.blog – Insolvenzrecht
Laufende Leistungen der betrieblichen Altersversorgung und (gesetzlich) unverfallbare Versorgungsanwartschaften sind nach § 7 Abs. 1 und 2 BetrAVG besonders insolvenzgeschützt. Die Einstandspflicht des Pensionssicherungsvereins bewahrt den Arbeitnehmer im Regelfall vor dem Verlust seiner Altersversorgung in Folge der Insolvenz seines (früheren) Arbeitgebers. Wie sieht es aber aus mit dem Insolvenzschutz von nicht abgeführten Beiträgen des Arbeitgebers zur betrieblichen Altersversorgung? Sind Arbeitnehmer insoweit gegenüber Insolvenzgläubigern privilegiert? Das BAG verneint dies in seiner Entscheidung vom 21.3.2017 (Az. 2 AZR... Mehr
Veröffentlicht: 25.10.2017
Blog: Kliemt.blog – Insolvenzrecht
Auch in der Insolvenz unterliegen Unternehmen, die eine Betriebsänderung durchführen wollen, der Sozialplanpflicht. Jedoch sieht die Insolvenzordnung für Sozialpläne in der Insolvenz insolvenzspezifische Sonderregelungen insbesondere mit Blick auf die Höhe des zulässigen Sozialplanvolumens vor. So dürfen Abfindungsleistungen in einem nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens abgeschlossenen Sozialplan gemäß § 123 Abs. 1, Abs. 2 Satz 2 InsO zweieinhalb Bruttomonatsgehälter pro abfindungsberechtigtem Arbeitnehmer (absolute Obergrenze) und ein Drittel der Teilungsmasse (relative Obergrenze) nicht überschreiten. Absolute Obergrenze, § 123... Mehr
Veröffentlicht: 10.01.2017
Blog: Kliemt.blog – Insolvenzrecht

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